Wanderwochen 1990-1999

1999 – Böhmerwald

18.September – 25. September 1999

Der Wettergott meinte es gut mit den 36 Wanderern des Schwäbischen Albverein. Dadurch wurde die Besichtigung der 3 Flüsse Stadt Passau und dem prächtigen Stephansdom mit der größten Kirchenorgel der Welt, die wir hören durften, zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die anschließende Schifffahrt auf der Donau bis Obernzell war Genuss und Entspannung zugleich, bevor uns der Bus nach Lackenhäuser ins Haus der Böhmerwälder, unserem Standquartier brachte. Ein kleiner Spaziergang zum beeindruckenden Denkmal der Güte an rauschenden Wasser im stillen Wald rundete den 1. Tag besinnlich ab.

Die Sonntagswanderung zum Hausberg „Dreisessel“, zur Neumann-Kapelle, zum Hochstein mit wunderbarem Rundblick in den Böhmerwald, weiter zum Dreiländereck Bayern, Österreich war ganz schön schweißtreibend, besonders das Sonnenbad im Steinernen Meer. Abends wurden wir jedoch von der hervorragenden Kochkunst unserer Herbergsmutter, Frau Kandelbinder, reichlich verwöhnt. Dies ließ alle Strapazen vergessen.

Am Montag bestiegen wir den Großen Arber mit herrlicher Rundsicht, doch der heftige Wind ließ Wetteränderung erahnen. Der kurze Besuch in der Zwieseler Bärwurzerei war recht lustig.

Dienstag – Regentag, also war Kultur angesagt. Im Wachsmuseum und in den Räumen der Kerzenfabrik gab es viel zu sehen und zu kaufen, bevor wir dann durch das Prämonstratenerstift Schlägel geführt wurden. Ob es die reichhaltige Gemäldesammlung, oder die romantische Krypta, oder die wertfolle Stiftsbibliothek oder die prunkvolle Stiftskirche war, alles war sehr interessant. Vom kleinen Grenzübergang Schöneben wanderten wir nachmittags zum Kirchlein Glöckelberg, welches einsam neben der Pfarrhausruine, an die ehemalige Ortschaft mit 800 Einwohnern erinnern soll. Nach lustiger Einkehr im Gasthaus zum Böhmerwald bestiegen wir den Aussichtsturm „Moldaublick“. Der Regen hatte den Himmel blank geputzt, sodass der ganze Moldaustausee direkt vor uns lag, ein einmalig schöner Blick.

Was wir gestern gesehen hatten, wurde am Mittwoch bei der Böhmerwaldrundfahrt aus nächster Nähe betrachtet. Es würde den Rahmen sprengen, hier alles zu berichten, aber der Besuch der Kreisstadt Krummau, die seit 1992 auf der Unesco-Liste der Weltkulturdenkmäler steht, und Esslingens Patenstadt ist, war sehr interessant. Besonders stadtprägend und imposant ist die hoch über der Moldau thronende Schlossanlage. Eine Führung durch die prunkvollen Räume zeigte den Recihturm der Fürsten Rosenberg, Eggenberg und Schwarzenberg. Unser Krummau-Experte Herr Präuer führte uns duch das Budweiser Tor auch hinauf zur Freilichtbühne mit der drehbaren Zuschauertribüne. Dieser herrliche Tag war viel zu kurz zum Schauen und Erleben, daher kehrten wir am Abend in den Stiftskeller Schlägl zum Prälatenwein und dem bekannten Schlägler-Roggen-Bier ein.

Eine völlig unbekannte und von den meisten Teilnehmern als urigste und schönste Tour bezeichnet ging es am nächsten Tag zum Plöckenstein, am Adalbert Stifter Denkmal vorbei steil hinunter ins Naturschutzgebiet zum verträumten Plöckensteiner-See, dem Naturauge, weiter den Böhmenwaldrandweg entlang zum Grenzübergang Holzschlag und Jugendheim Hochficht. Eine lange und beeindruckende Wanderung, an einem Tag durch 3 Länder!

Am Freitag wanderten wir auf dem E 6 zum Bärenstein in Richtung Bayrisch Au und besichtigten die Schwedenschanzen und die Wildhgehege am Haager – Hof. „Tief drin im Böhmerwald“ so klang es am Abend aus den Kehlen, begleitet von Zithermusik bis in die Nacht. Rosemarie dankte im Namen aller den Wanderführern auf herzliche Art.

Am Morgen hieß es Abschied nehmen vom schönen grünen und rauschenden Böhmerwald, der inzwischen allen vertraut geworden war. Unser Busfahrer der Fa. Seitz brachte uns schnell und sicher nach Straubing, wo nicht nur eine interessante Führung auf uns wartete, sondern auch bedingt durch das Schrannenfest überall zünftige Blasmusik und in den schönen Innenhöfen moderne und klassische Musik ertönte. Die ganze Stadt war in Festlaune und wir auch.

So ging nicht nur eine Wanderwoche, sondern auch eine Woche der Geselligkeit, Freundschaft und Kameradschaft zu Ende. Doch einer unserer Wanderfreunde hat keine Mühe gescheut und alles im Film festgehalten, worauf wir alle schon sehr gespannt sind!

Wanderführer: Gerdi und Martin Wirth