Wanderwochen 1990-1999

1996 – Elbsandsteingebirge mit dem Nationalpark Sächsische Schweiz

28. September – 05. Oktober 1996

Samstag, 28. September

Aus Nellingen fuhren ab die Albvereinler, um mit Karin und Gerhard in der „Sächsischen Schweiz“ zu wandern. Mit guter Laune vergingen die Stunden und Kilomater ein um die andern. Wir brauchten kein Mittagessen zu buchen, denn wir wurden verwöhnt mit Kaffee und Kuchen. Karin erzählte aus Sachsens Geschichte, von August, dem Starken, mit großem Gewichte. Der sich mühte sein Fürstengeschlecht zu erhalten, musste er doch nebenbei sein Königreich Polen und Land Sachsen verwalten. Wir kamen an im Gasthaus „Erbgericht“, die Gegend zeigte ihr freundliches Gesicht.

Sonntag, 29. September

Morgens in der Früh hatten wir keine Müh, aus den Federn in die Stiefel zu finden, denn wir wollten die nähere Umgebung ergründen. Über die Felder, dann ging’s in den Wald zu Felsplatten und Spalten, die hier wie sonst nirgends in Deutschland erhalten. Begeistert durchstiegen wir die Felsengasse, der Weg zwischen den Herkulessäulen war große Klasse. So kann es weiter gehen, wir werden’s morgen schon sehen.

Montag, 30. September

Über die Elbe zum anderen Ufer, wir brauchten keinen Fährmannsrufer! Dann stiegen wir mit Schwitzen und Geschnauf zur Wilke Aussicht hinauf. Hinab ging’s in den Teufelsgrund, der Teufel hatte Ausgang zu jener Stund. Am Steinernen Tisch war nicht gedeckt, leider, so mussten zur „Bastei“ wir weiter. Von dort erblickten wir imposante Felsmotive, vom Kamel bis zur Lokomotive. Durch die Schwedenlöcher stiegen wir hinunter zum Amselgrund, jeder kann’s erzälen, aber keiner konnte die vielen Stufen zählen. Zurück mit der Fähre und dem Bus, alle kamen zum gleichen Schluss: Das war ein herrlicher Tag, was der Nächste wohl bringen mag?

Dienstag, 01. Oktober

In Bad Schandau fuhren wir zuerst mit dem Aufzug hoch. Gespannt wandern wir mit dem Nationalparkwächter, was erwartet uns noch? Quadersteine aus Sandstein, feuchtkühle Gründe, so ab und zu im Gebüsch eine Dose, kleine Umweltsünde. Wir stiegen an den Schrammsteinen, die Treppen und Leitern hinauf und hinunter, im Kirnitschtal waren wir immer noch munter. Es hat uns auch nicht betrübt, dass wir im Waldhäusel nichts gekriegt. So etwas nehmen wir gelassen und heiter, auf dem Flößersteig wanden wir weiter. Zurück nach Bad Schandau, vorbei an der Straßenbahnhaltestelle, hinein in die Stadt zur Kaffeequelle.

Mittwoch, 02. Oktober

Dresden mit Stadtführung ist angesagt, früh um 8 Uhr fuhren wir los, frisch gewagt!  In Dresden wurde geschaut und gestaunt, was hier wird renoviert und gebaut. Ob dir Brühlsche Terrasse, das Ratskellergewölbe, die Ruine der Frauenkirche, Albertinum, Kreuzkirche und Grünes Gewölbe, alles haben wir gesehen im Rund, doch mit der Semper Oper erreichte unsere Stadtführung den Höhepunkt. Dresdens Brücken, die Hofkirche, Altmarkt und Neumarkt, das alles zu ergründen, müssten wir mehr als nur einen Tag Zeit finden. So lernten wir Dresden ein wenig kennen und lieben, wir wären gerne noch länger geblieben.

Donnerstag, 03. Oktober

Wir wissen nicht, womit wir das verdienten, doch die Sonne lacht, so zog es uns hinaus mit Macht. In Bad Schandau war ein riesiger Stau, o Graus, aber unser Wanderführer suchte schnell eine andere Tour aus. Im schönen Dörfchen Saupsdorf ging’s los, hinaus in die Natur, das war famos. Auf hoher Felsplatte standen wir, sahen hinüber zu den Schrammsteinen, bunt der Wald, fast nicht zu beschreiben, doch später in der Kleinsteinhöhle mochte keiner bleiben. Hinauf stiegen wir zum Arnstein, dort waren wir an solch schönem Tag auch nicht allein. Viel zu schnell verging die Zeit, wir wandern zurück. Vom Bus aus haben wir auf Falken- und Schrammsteine noch einen herrlichen Blick.

Freitag, 04. Oktober

Auf zur letzten Tour, von Wandermüdigkeit keine Spur. Wir verließen den Bus in Pfaffendorf, in der Kirche erklang kein Carl Orff. Der Pfaffenstein beeindruckte uns sehr, doch der Aufstieg war gar nicht so schwer. Wir bestaunten die Barbarine, das Sinnbild versteinerter Sühne. Alle Bekannten, der Königstein, Lilienstein, Papststein grüßten herüber, noch einmal ging’s über Treppen hinab, die Erde hat uns wieder. Ein jeder es kaum zu glauben vermag, so schnell ist vergangen unser letzter Wandertag.

Samstag, 05. Oktober

Pünktlich um 9.00 Uhr fuhren wir in Rosenthal ab, mit Würstchen kochen hielten wir unseren Busfahrer auf Trab. Um 19.00 Uhr trafen wir wieder in Nellingen ein – und können uns über eine gelungene Wanderwoche nur freun.

Wanderführer: Karin und Gerhard Schumann